WARTEN AUF GODOT

only connect! präsentiert Becketts Klassiker des absurden Theaters in neuem Gewand und Kohlenpott-Ästhetik. Unter Regie von Julie Stearns (USA) versetzt das Ensemble den Zwei-Akter um Wladimir, Estragon, Pozzo und Lucky mitten ins Herz der Stadt Essen und kooperiert dabei mit dem Essener Fotografen Uwe Faltermeier für eine multimediale Installation. Das Ensemble zeigt die Inszenierung zunächst in exklusiver Gastspiel-Kooperation mit der Rü Bühne in Essen-Rüttenscheid in 6 Shows ab September 2018. Wer ist Godot? Wann wird er kommen? Wie lange warten Wladimir und Estragon eigentlich schon? Wer ist Pozzo? Wer Lucky? Und warum, zur Hölle, setzt er sein Gepäck nicht ab? Watch Teaser Here

Die Presse über Godot: WAZ Essen

OUTSIDE THE BOX

only connect! präsentiert regelmäßig neue theatrale und permancebasierte Collagen in der Student Performance Reihe outside the box. Das Performance-Projekt ging im Juni 2018 unter dem Titel outside the box vol. IV in seine vierte Runde und präsentierte neue, in Eigenregie entstandene Szenenstudien der Studenten aus Julie Stearns‘ Dramakurs an der Universität Duisburg-Essen, gemeinsam mit professionellen Schauspielern. Die Bandbreite reicht dabei von Shakespeares klassischen Dramen und Sonetten bishin zu Impulsen und Fragmenten zeitgenössische Literatur, Film und Popkultur. Die Szenenstudien führen durch individuelle, experimentelle Settings und rekontextualiseren die Figurationen der Textvorlagen in einer Reise durch verschiedene Räume des Kulturhauses Thealozzi in Bochum.

Photography: Uwe Faltermeier

LET GO. – EINE THEATRALE PERFORMANCE

only connect! erforscht in einer experimentellen Mischung aus Theater, Performance und Tanz den Mythos um Orpheus und Eurydike. Dabei nimmt die Performance die Zuschauer mit auf eine Reise in die Unterwelt und einer nach der Suche nach Fragmenten bewusster Erinnerung. Im Zentrum steht die Figuration der Eurydike, der sich das Ensemble unter Regie von Julie Stearns (USA) u.A. mit Elementen des traditionellen iranischen Figurentheaters und solchen des Tanztheaters nähert. “let go.” stellt die Frage nach dem Prozess des Loslassens in ein neues Licht und fragt: Ist der Tod und damit der Verlust eines geliebten Menschen vielleicht eine absolute Unausweichlichkeit und viel konkreter: Will Eurydike gar, dass sich Orpheus umdreht und sie damit endgültig loslässt? Watch Trailer.

Photography: Uwe Faltermeier & Shahdad Khorani

SEE TRANSLATION

Was passiert, wenn ich etwas ubersetze von dem ich gar nicht weiß, was es bedeutet? Gerade die heutzutage so unterschätzte Form der Poesie, die Traumwelt der Gedichte, lässt – nicht zuletzt durch ihre Kurze und Konzentration auf das Wesentliche – den Freiraum, der uns oft so weit entfernt erscheint.
Was liegt zwischen Traum und Realität von Poesie und was bedeutet sie heute fur uns? „See translation“ macht genau diesen Freiraum erlebbar. Ein Übersetzungs-Experiment. In exklusiver Kooperation mit Ye Mimi (Taiwan) & Miriam Michel (dorisdean) Watch Trailer.

Artwork: Yuxing Li

Photography: Uwe Faltermeier & Alexander Kupsch

A MIDSUMMER NIGHT’S DREAM: KILL YOUR DARLINGS

Man kann Liebe einfach nicht verhindern und vor allem nicht das Chaos, das aus ihr entsteht. Im Mondschein des Westens treffen die Verliebten aus dem Cowboy-Staat auf den Wettkampf zwischen den Indianern und nicht zu vergessen auf einen streunenden alten Goldgräber, der denkt, dass er eigentlich 6 Personen zu gleich ist und nicht einer.
Ein Sommernachtstraum – so der deutsche Titel – ist eines von Shakespeares meistgeliebten und – beliebtesten Stücken. Es liefert eine heitere Komödie, die die Wegkreuzung zwischen Realität und Illusion, zwischen Liebe und Verlangen erforscht.

only connect! präsentierte Shakespeares Klassiker unter anderen in der Krefelder Fabrik Heeder und der Freilichtbühne in Mülheim an der Ruhr anlässlich des 80. Jährigen Bestehen von Mülheims Kultort.

Photography: Uwe Faltermeier & Corinna von der Heyde

NOT TO BE

Nachdem er eine große Dosis Heroin zu sich nimmt erschießt sich Kurt Cobain auf seinem Dachboden in Seattle. Der festen Überzeugung, dass dies „das Ende“ sei findet sich Cobain in jenem „unentdeckten Land aus des Bezirk kein Wanderer zurückkehrt“.

Dort trifft er eine seltsame Gestalt, die behauptet „Boddah“ – der imaginäre Freund aus seiner Kindheit – zu sein. Er entführt Cobain in Rückblenden aus dessen Psychose und erschafft dabei eine hypnotische Reise, die immer wieder Begegnungen mit Cobains Freundin Courtney Love mit sich bringen, die ihn anfleht, verführt und bedroht – am Leben zu bleiben. Visionen seiner vergangenen Begegnungen mit gutmenschlichen medizinischen Teams, die versuchen Cobain zu retten, tragen zu der Absurdität seiner Lage bei. Hätte es eine Erlösung für Cobain geben können oder ist er doch endlich an dem Ort angekommen, der ihn Frieden finden lässt? „Wenn du stirbst“, sagte Cobain, „bist du rundum glücklich und deine Seele lebt irgendwo weiter. Ich habe keine Angst zu sterben. Absoluter Frieden nach dem Tod, jemand anders zu werden, das ist die größte Hoffnung, die ich habe.“

Auf der anderen Seite des Selbstmordes, gibt es da Erlösung für die Geplagten? „Not To Be“ erforscht den Raum zwischen Leben und Tod.

Photography: Leon Schirdewahn-Debring

TAKESHI VERSCHWUNDEN

Ein Gerücht, eine Nachricht, ein Impuls – wir fühlen. Doch wohin verschwinden sie, unsere Nachrichten, unsere Gefühle und unsere Katzen in Zeiten von Facebook, Twitter und Co.? Auf der Schwelle zwischen Performance und Theater tauchten Ensemble und künstlerische Leiterin Julie Stearns tief ein in das Unterbewusstsein der Online-Kommunikation und deckt das letzte bisschen Cyber-Space Emotionalität auf, das der Facebook-Gesellschaft noch geblieben zu seien scheint: Ein Konglomerat aus Desillusionierung, Verlust, Hoffnung, Hilfeschrei und Anteilnahme. Dabei immer im Hinterkopf die Frage: Kann man das heut zu Tage noch: verschwinden, flüchten, erfolgreich, für immer? Und können Gefühle das auch? only connect! kollaborierte für die Performance mit dem Düsseldorfer Künstler Jürgen Staack sowie Tänzern des Ballett im Revier (Musiktheater Gelsenkirchen) unter Leitung und Choreographie von Raphael Coumes-Marquet (Semperoper Dresden). Watch Trailer.

Photography: Leon Schirdewahn-Debring

BLINDSPOTS

Glücklich sein ist eine ernste Angelegenheit. only connect! stürzte sich mutig in die Thematik einer Krise, die im Trend unserer heutigen Gesellschaft liegt: „Warum sind wir nicht glücklich?“ Die Kurzgeschichte „Vandals“ der Nobelpreisträgerin für Literatur (2013) Alice Munro war Inspiration für das neue Stück „Blind Spots“, angesiedelt im Amerika der 50er und 60er Jahre. Das Stück deckt dabei schwerwiegende Geheimnisse vergangener Sünden und die schleichende Auswirkung von Schuld, Enttäuschung und Desillusionierung auf. Die Figuren Bea, Liza und Ladner finden sich selbst verstrickt in einem eigentümlichen Netz der Abhängigkeit – selbst die Autorin Alice Munro (die in dem Stück als Figur auftaucht!) kann dem eindringlichen Widerhall ihrer Figuren und deren verzweifelten Gesuchen nach Zufriedenheit nicht entkommen. Exklusive Aufnahme eines Songs aus der Proben- und Produktionsphase; Original Performance, Recording und Komposition: Timothy Lee Hornby

Photography: Corinna von der Heyde

THE POWER OF PUSSY

only connect! entdeckt seine feminine Seite. Die Wut einer Frau ist sehr viel interessanter…und sexy. Oder, wie Edgar Allan Poe sagte: „Der Tod einer schönen Frau ist ohne Frage das poetischste Thema der Welt.“ Im Hinblick auf die Frage nach dem Pussy-ismus in Politik und Gesellschaft im Allgemeinen – wird die Macht der Muschi die Welt übernehmen? Oder wird sie abgelenkt werden, von Arztterminen, Bad Hair Days, Eisenmangelerscheinungen und einem schlechten Gewissen?

Eine Terrorzelle hat sich auf dem Campus der Universität gegründet, bestehend aus müden, frustrierten, wütenden und desillusionierten – Putzfrauen. Ihr Ziel: Eine Bombe im überfüllten Vorlesungssaal des beliebten Professor Grey zünden. Die Anführerin der Gruppe, Helen, wird angetrieben von den guten Geistern ihrer Heldinnen, darunter Antigone und Johanna von Orleans, die sie besuchen, um ihr beizubringen mutig zu sein und ihre „Mission“ zu vollenden. Der Wunsch eine unsterbliche Heldin zu werden – den Menschen dafür in Erinnerung zu bleiben, dass man in dieser Welt etwas Mutiges und Besonderes getan hat – überzeugt die anderen Putzfrauen Helen in ihrer „Mission“ zu unterstützen, trotz ihrer Rückenschmerzen, Bauchschmerzen, Blind-Dates, Maniküreterminen, PMS und anderen Persönlichkeitsstörungen.

Professor Grey trägt einen mysteriösen Brief mit sich herum, der ihn dazu veranlasst sich noch tiefer in seinem schon schweren Alkoholproblem zu vergraben. Er findet Trost in einem Irish Pub, in dem er von seinen ganz eigenen Helden, inklusive Edgar Allan Poe, Hamlet und John Wayne (um nur einige zu nennen) besucht wird. Gott und Satan genießen es derweil, sich die Vorkommnisse während ihrem immerwährenden Kartenspiel von oben anzusehen und amüsieren sich in der Gesellschaft des jeweils Anderen. Und das obwohl ein sehr unwillkommener Kafka, der dazu neigt ihnen den ganzen Spaß zu verderben, sie des Öfteren unterbricht. Die Ereignisse und Charaktere prallen aufeinander als der Tag der Abrechnung kommt. Was passiert, wenn sich der Rauch verzieht? Finde es heraus…denn dein Leben könnte davon abhängen!

BILL’S NUTS

Bill’s Nuts vereint alle großen Helden und Antihelden aus Shakespeares Werk und lässt sie unter der Leitung von Puck gegeneinander antreten. Antreten in einem Wettbewerb um den schönsten Sommernachtstraum. Wer ist der bessere Regisseur Lady Macbeth oder Hamlet? Wer der talentiertere Schauspieler Romeo oder Julia? Und die wohl spannendste Frage: Wer hat all die Stücke geschrieben, wenn nicht Bill, wie Freunde William Shakespeare nennen. Und was soll eigentlich das ganze Spiel und Theater? Und vielleicht ist alles auch nur ein Traum wie der Sommernachtstraum, den ein gewisser Puck ersonnen hat. In der Inszenierung werden aktuelle Fragen des Theaters gestellt und auf Shakespeares Personal umgelegt. Ein Ensemble, das nicht so will wie der Regisseur, fehlende Mittel und die all gegenwärtige Frage „was interessiert das Publikum eigentlich heutzutage noch am Theater?“, und ab wann wird etwas zum Plagiat. Passend zum Shakespeare Jahr werden auch Bill und Puck plötzlich mit diesen Fragen konfrontiert und müssen im elisabethanischen Theater nach Antworten suchen. Natürlich wird gefochten und einen Toten gibt es auch. So lang der Traum währt.

THE ZOO STORY

only connect! scheute kein Risiko und drang tief ein in die abgründige Einöde amerikanischer Groteske und präsentierte einen Klassiker des absurden Theaters, „The Zoo Story“ von Edward Albee. Der Einakter, in dem „nichts passiert“, lebt von der Reichhaltigkeit Albee’s gefangen nehmender Sprache, die durchsetzt mit überraschenden Nuancen zwischen psychologischen Attacken und Erlösung pendelt.